2022 Wien


Jubiläumsreise nach Wien

(habu) Vor zwei Jahren ist die Männerriege 75 Jahr alt geworden. Dies sollte auch gefeiert werden mit einer Reise. Corona-Umstände gaben der Organisation viel Zeit, das Ziel auszuwählen.

Wien sollte es sein und so trafen sich 19 Mitglieder am Mittwoch, 19. August auf dem Turnhalle-Parkplatz. Der Präsident Beat Müller begrüsste die Teilnehmer und freute sich, dass es endlich so weit sei. Fünf PW-Fahrer verluden Gepäck und Personen mit dem Ziel, Feldkirch zu erreichen, wo der Nachtzug die Gesellschaft erwartete.

Dass der Nacht-Zug ein älteres Kaliber war, liess uns nicht erschüttern, aber dass das Restaurationsangebot für die wenigsten etwas anbot, war schon etwas dramatischer. Schlussendlich richtete man sich für die nächsten 8 Stunden so gut als möglich ein. Aber 1 Stunde vor Ankunft gab es ein kleines Frühstück, was (unausgeschlafen) jedermann mit Freude begrüsste.

In Wien angekommen suchte man das reservierte Motel «ONE» (400 Zimmer) auf zum Einchecken. Vor Zimmerbezug fuhr man mit der U-Bahn zum Schloss Schönbrunn, wo für uns im Café «Gloriette» ein üppiges Frühstück serviert wurde. Ein wunderschöner Blick auf das Schloss mit der Stadt Wien im Hintergrund war positiv für das Gemüt. Danach war jedermann frei zur Besichtigung des Geländes. Die meisten bevorzugten einen Jass oder quatschten bei einem Cüpli.

Als nächstes gings zurück ins Hotel zum Zimmerbezug, wo man feststellen konnte, dass alle mit ihrer Unterkunft bestens zufrieden waren.

Als nächstes erwartete uns eine Führung in der St. Michaelskirche und zwar vor allem wegen der Gruft, in der viele Holzsärge aufgereiht waren inkl. Inhalt. Dem Guide gefiel aber gar nicht, dass ein einzelnes Gruppenmitglied müde war und einen Sarg als Sitzgelegenheit benützen wollte. Im 16. Jahrhundert wurde der Friedhof geschlossen und so wurde die Bestattung in die Gruft verlegt. Zeugen sind auch die unzähligen Knochen und Schädel, die in den Nischen aufgereiht wurden.

Nach der geistigen Nahrung fuhren wir ins Restaurant «10er Marie» Heuriger. Das Lokal war voll besetzt, für uns war in einem schönen Hinterhof reserviert. Jetzt konnte man sich dem kulinarischen Genuss hingeben und dank dem Alkohol wurde die Kommunikation aufgelockert. Es war wirklich ein feiner, gemütlicher Abend und man fühlte sich wie in Wien. Dass «deine Freunde nicht meine Freunde sind», wurde dann der Spruch des Abends und war dem Personal zu verdanken. Der Tages-Ausklang fand anschliessend in der Hotelbar statt.

Das Frühstück im Hotel konnte sich ebenfalls sehen lassen. Danach besuchte man das Training der Spanischen Hofreitschule. Für die einen war es sehr interessant, für die anderen eher langweilig, je nach Interesse. Später ging es aber zum Wiener Wahrzeichen, dem Prater. Alle wollten das Riesenrad benutzen und Wien von oben bewundern. Danach hiess es Ausgang zur freien Verfügung bis zum Abendessen in der Gastwirtschaft «Huth», wo wir im Keller unseren Platz fanden. Wer bisher noch kein Wiener Schnitzel gegessen hatte, konnte dies jetzt nachholen. Da wir unter uns waren, kamen persönliche Gespräche nicht zu kurz. Wiederholter Absacker in der Hotelbar.

Und schon war Samstag. Nach dem Packen besuchte man den Naschmarkt, der scheinbar alle Tage stattfindet und ellenlang präsentierten sich Bistros, Kleider, Nahrungsmittel, Gewürze und am Schluss konnte man sich auch noch auf dem Flohmarkt rumsehen. Die Jassrunde installierte sich in einem Restaurant und die anderen vergnügten sich im Shopping um Andenken und Mitbringsel zu posten. Um 13 Uhr war eine Führung um den Stephansplatz herum angesagt. Unter dem Titel «Elitäre und diskrete Gesellschaften» erklärte uns eine charmante Dame vor allem das Wesen der Freimaurer und deren Aktivitäten in Oesterreich. Hervorgegangen ist dieser Geheimbund von Bauleuten und Architekten, die ihr Wissen über den Bau von Kathedralen und anderen stolzen Bauwerken nur in diesen Kreisen weitergab. Neu war für uns, dass auch Mozart ein Mitglied dieser Vereinigung war und in seiner Komposition die «Zauberflöte» Grundsätze der Freimaurerei hineinkomponierte. Das Ziel dieser Gruppierung war und ist wahrscheinlich heute noch, die Welt zu verbessern ohne Eigennutz.

Um 18 Uhr dislozierte man in das Restaurant «Plachutta Hietzing». Schon beim Eintritt begrüssten uns viele Berühmtheiten in fotografischer Form von der Wand, die alle schon hier dinierten. Ein feines Lokal, auf dessen Speisekarte man vor allem nur Fleischgerichte fand, die vom Rind stammen. Ein edler Tropfen dazu war selbstverständlich und eine Nachspeise rundete das letzte Essen in Wien ab.

Anschliessend eine U-Bahnfahrt zum Hauptbahnhof, wo uns unser Zug um 23 Uhr aufnahm für die Rückreise. Turbulenzen gab es aber, weil für uns 2 Plätze zu wenig reserviert war, viele Reisende drin waren, die gar keine Billette für diesen Zug hatten. Was wir aber feststellten war, dass dieser Nachtzug viel moderner eingerichtet war. Mit Verspätung begann dann trotzdem die Heimfahrt nach Feldkirch.

 

Nachbetrachtung eines Mitläufers

Diese Reise war für mich ein Geschenk, weil ich mit 18 Männerrieglern auf die Reise durfte und diese noch näher kennenlernte. Aber das beste war, dass ich ohne Stress daran teilnehmen konnte, ohne den Weg zu suchen, welche U-Bahn ich benützen musste, wo welcher Platz war und unser Hotel fand ich auch wieder, weil ich einfach mitlaufen konnte. Der 3-Tagespass für die ÖV Wien erleichterte das Herumreisen. Dies alles verdanke ich meinem Verein und dem Präsidenten Beat Müller, der das ganze Unternehmen umsichtig organisiert und geleitet hatte. Beiden danke ich ganz herzlich, dem Verein für die Kosten und Beat für die grosse Arbeit.

© Männerriege Bottighofen 2019